Tribut an den ehemals(?) coolsten Trainer der Welt

29. April 2011 at 16:37 Hinterlasse einen Kommentar


18 nationale und internationale Titel in acht Jahren, Meister in drei verschiedenen Ländern, Pokalsieger in Portugal, England, Italien und Spanien. UEFA Cup-Sieger und zweifacher Champions League-Gewinner mit Porto und Inter Mailand. Dazu neun Jahre kein einziges Heimspiel verloren – José Mourinho ist zweifelsfrei der beste und erfolgreichste Fußballtrainer der Welt.

Unvergessen auch seine vielen selbstsicheren Sprüche und die grenzwertig kecken Tricks und Spielereien: Als er in der Champions League für einige Spiele auf die Tribüne verbannt worden war, ließ er sich zur Halbzeitpause kurzerhand in einem Wäschewagen in die Mannschaftskabine schmuggeln um seinen Spielern dort taktische Anweisungen zu geben. Oder auch das geradezu absurde Schauspiel zwischen Mourinho auf der Tribüne und seinem Stab auf der Bank, die trotz sommerlichen Temperaturen dicke Wollmützen trugen um unbemerkt über Funk kommunizieren zu können. Selbst beim diesjährigen El Clásico-Duell im Madrider Bernabeu-Stadion griff Mourinho tief in die Trickkiste: er wies den Platzwart an, den Rasen vor dem Spiel keineswegs zu mähen oder zu sprengen. Dadurch sollte der Ball nicht mehr so gut rutschen und das effektive Kurzpassspiel des Gegners aus Barcelona unterbunden werden.

All diese Anekdoten haben Mourinho zu einem Mythos und einem Phänomen gemacht. Kein anderer Trainer war und ist in der Lage umfassendes Fußballverständnis so gekonnt mit psychologischen Spielchen zu kombinieren wie er. Doch mit seinem verbalen Ausraster nach dem verlorenen Halbfinal-Hinspiel letzten Mittwoch, hat er begonnen sich selbst zu demontieren. Seine grotesken und wirren Verschwörungstheorien um Barcelonas Begünstigung durch Unicef und die UEFA haben weltweites Kopfschütteln verursacht. Mourinho ist zwar vom Erfolg verwöhnt, doch er kann mit Niederlagen einfach nicht umgehen. Ganz besonders wenn es gegen seinen Intimfeind, den FC Barcelona und dessen Trainer Pep Guardiola, geht.

Mourinho muss das Rückspiel erneut von der Tribüne aus betrachten. Es bleibt abzuwarten, womit er uns dieses Mal überrascht. Kann er mit Real Madrid trotz des aktuellen 0:2 noch ins Finale der Champions League einziehen? Sollte ihm das mit sportlichen Mitteln gelingen, so könnte er den Makel des Hinspiels zumindest teilweise vergessen machen. Ein Triumph in Europas Königsklasse mit Real Madrid würde ihn sogar unsterblich machen. Noch hat es nämlich kein einziger Trainer geschafft, die Champions League mit drei verschiedenen Clubs zu gewinnen.

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